Samstag, 2. Juli 2011

Liebe Unterstützer in der Heimat

nun geht mein Freiwilligendienst langsam dem Ende zu und in ein paar Wochen heisst es für mich schon Abschiednehmen von Paraguay, da ich Ende Juli schon wieder in Deutschland sein werde.
Zuerst wollte ich mich noch für die ganze Unterstützung bedanken, die ich während meines Freiwilligendienstes bekommen habe, angefangen bei den grosszügigen Spenden und alle, die an mich gedacht, für mich gebetet und mir auch hin und wieder geschrieben haben. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Ein grosses Dankeschön an alle!

Einerseits freue ich mich schon sehr darauf, wieder nach Hause zu kommen und alle wieder zu sehen, in vertrauter Umgebung zu sein und wieder alles zu verstehen und verstanden zu werden (Spanisch bereitet mir keine Probleme mehr, doch mit der Eingeborenensprache Guaraní habe ich leider immer noch meine Schwierigkeiten). Natürlich freut man sich auch auf kleine Annehmlichkeiten wie durchgehen warmes fliessendes Wasser oder eine Heizung im Winter :-), aber das sind mittlerweile nur noch Kleinigkeiten, ich habe mich mittlerweile an die Gegebenheiten gewöhnt und es stört mich nicht, auch ab und zu mit Eimer zu duschen :-)
Jedoch habe ich mich mittlerweile richtig gut eingelebt, ich habe viele Menschen ins Herz geschlossen, die ich nur sehr ungern zurücklasse, wozu natürlich alle gehören, die hier im Colegio leben und auch eine Familie, die mich wie eine Tochter aufgenommen hat und bei der ich mittlerweile fast jedes Wochenende zu Besuch bin.
Das wird für mich ein richtig schwerer Abschied und ich hoffe, diese lieben Menschen bald wieder sehen zu können.
Auch einige der paraguayanischen Gewohnheiten werde ich sehr vermissen, wie das gemeinsame Zusammensitzen mehrmals täglich und Terere trinken, das viele Singen und Spässe machen und auch die Einfachheit und Herzlichkeit, mit der die Paraguayos auf andere Menschen zugehen und wie schnell man dort als Familienmitglied aufgenommen wird.

Zum Schluss hätte ich noch ein Andenken. Ich habe zu Beginn schon sehr viele grosszügige Spenden bekommen, mit denen ich auch schon mehrere Kleinigkeiten bewirken konnte, wie z.B. mal ein Spiel für die Kinder zu kaufen, einer armen Frau zu eine Tischdecke abzukaufen, … Kürzlich habe ich von einer sehr lieben Spenderin einen Betrag bekommen, die an ihrem Geburtstag Geld für mich gesammelt habe und da habe ich mir überlegt, wofür ich das Geld noch sinnvoll einsetzen könnte. Dabei ist mir aufgefallen, dass unsere 26 Internatsmädchen sich immer noch mit kaltem Wasser duschen müssen. Das ist im Sommer nicht weiter schlimm, doch gerade jetzt im Winter, wo es auch oft unter 10°C und manchmal sogar 0°C hat, ist das nicht nur sehr unangenehm, sondern auch gefährlich, da die Mädchen reihenweise krank werden.
Leider würde ein Kauf eines Boilers mit der Installierung um die 1000Euro kosten, was eine Menge Geld ist und was sich die Schule hier einfach nicht leisten kann.
So wollte ich noch mal einen Spendenaufruf machen und diejenigen, die gerne noch etwas Spenden möchten bitten, mich bei diesem letzten Projekt zu unterstützen, um den Internatsmädchen warmes Wasser zum Duschen zu ermöglichen. Dafür wäre ich sehr dankbar, da mir diese Mädchen sehr am Herzen liegen, die teilweise sehr weit von zu Hause weg sind und nur einmal im Jahr ihre Familie sehen können.

Liebe Grüsse aus dem winterlichen Paraguay und bis bald in Deutschland :-)

Lena

Freitag, 1. Juli 2011

Día de San Juan


Am 23. und am 24. Juni wird in Paraguay San Juan gefeiert, d.h. es werden ein Haufen Feste für Johannes den Täufer gefeiert. Da gerade ungefähr an diesem Datum die Sonnenwende stattfindet, überschneiden sich die christliche Tradition mit dem Namenstag des San Juan und die Feier der Sonnenwende der Eingeborenen.
So werden jedes Jahr an diesem Datum in allen Gemeinden und Schulen Feste mit traditionellen Spielen und Essen veranstaltet.
Auch an unserem Colegio haben wir gefeiert und es hat richtig Spass gemacht, diese Tradition miterleben zu können.


Am Abend des 23. wurde erstmal Kaburé gemacht, das traditionelle San Juan Essen
... manchen ist das eher weniger gelungen :-)










wenn man es richtig gemacht hat, dann sieht das ungefaehr so aus und man isst es mit heissem Mate-cocido :-)
nach dem Essen die traditionellen Spiele: Pelota Tata - Fussball mit einem brennenden Ball








ein Beweisbild, dass auch ich mitgespielt habe :-)






... wodurch meine Schuhe leider ein bisschen leiden mussten ...










auch Sackhuepfen ist eins der traditionellen Spiele ... keine Ahnung wieso :D






... genauso wie einem Schwein mit verbundenen Augen das Schwaenzchen hinzumalen ^^
(sie haben das Schweinnchen nach mir benannt :D)
irgendwann wurde dann auf einmal das Licht ausgeschaltet und 2 haessliche Gestalten sind aufgetaucht und haben uns durch die Gegend gejagt ^^
Am Tag des San Juan darf sich jeder verkleiden und bloede Sachen anstellen, ungefaehr wie bei uns in der Mainacht ...







und anschliessend wurde ausgiebig Raggaeton getanzt :-)





auch in der Primara wurde gefeiert mit Spielen und traditionellem Essen







Bonbons aus eine Mehlschale fischen ....







ein Magnetstueck nur mit dem Mund von Einer Pfanne stehlen...





dann gibts natuerlich auch den Brauch mit dem Kuhkopf und den brennenden Hoernern (hier sind die Hoerner leider vorher abgefallen :D )








und auch wie bei uns wird versucht, mit einem Brandopfer den Winter auszutreiben ..



Montag, 27. Juni 2011

Noche Cultural – Kulturelle Nacht


Eine Woche nach San Bonifacio wurde, wie es die Tradition verlangt, eine kulturelle Nacht veranstaltet, bei der alle Klassen der Secundaria antreten mussten.
Die kulturelle Nacht ist ein Wettbewerb, bei dem jede Klasse ein Gedicht 








und ein Lied über die Geschichte Paraguays vortragen muss, 











ein Theater spielen, in dem es um irgendetwas Paraguayanisches geht, 











und jeweils einen traditionellen paraguayanischen 















...









und deutschen Tanz vortanzt. 












 Die Klasse, die alles am Besten vorbereitet hat und vortragen kann, gewinnt einen Preis.
Das war übrigens das erste Mal, dass ich traditionell deutschen Tanz gesehen habe, das war richtig lustig und keiner wollte mir glauben, dass ich den Tanz nicht kenne und dass man so was in Deutschland heute nicht mehr tanzt, so viel ich weiss jedenfalls …








Davor musste allerdings eine Menge Essen vorbereitet werden, und so waren wir den ganzen Tag damit beschäftigt, Chipa, Chipa So’o, Fleisch, Torten, … und alle möglichen anderen Sachen vorzubereiten.



 ich ganz fleissig beim Chipa Backen :-)
  Mabel :-)









in dem Ofen wird Chipa gemacht (das ist uebrigens Chips So'o - Chipa mit FLeisch innen drin)




damit man weiss, wie man mit dem Ofen kocht: zuerst wird darin ganz ciel Holz verbrannt, danach wird der Chipateig reingegeben und alles abgedeckt und so wird hier gebacken :-)

Sonntag, 26. Juni 2011

Día de San Bonifacio

Am 5. Juni ist der Namenstag des Heiligen San Bonifacio, der ja der Namenspatron unseres Colegios ist. So musste natürlich ein riesen Fest organisiert werden, um unseren Namenspatron zu ehren.
Neun Tage zuvor wurde schon angefangen, jeden Abend die Messe zu feiern mit Themen passend zu San Bonifacio.






Samstag Nacht, der Nacht vor San Bonifacio wurde schon ein Fest organisiert mit einem richtig paraguayanischen Torin, d.h. mit Stierkämpfen. Man darf sich das aber nicht so wie in Spanien vorstellen, bei dem immer am Schluss de Stier umgebracht wird. In Paraguay treten immer zwei Toreos auf, die richtig schick angezogen sind und mit einem roten Tuch den Stier locken und austricksen, doch das Ziel ist, den Stier zu ermüden und dann irgendwie auf den Boden legen zu können.


Um die Leute ausserdem noch mehr zu unterhalten, treten zwei Clowns auf, die Spässe machen und allen möglichen Blödsinn veranstalten. Das hat mir persönlich am Besten gefallen.








Am Sonntag, den 5. Juni war es dann endlich so weit und schon um fünf Uhr morgens sind wir aufgestanden, um ein Feuerwerk zu Ehren San Bonifacios zu veranstalten.   Natuerlich haben wir uns alle richtig fein rausgeputzt :-)









Danach wurde um 8Uhr die Messe gefeiert und später sind noch mal alle Schüler wie schon zum Unabhängigkeitstag marschiert.







 das sind Chiroleras, keine Ahnung, was das heisst, aber so werden die genannt :-)



auch Lehrer sind marschiert )sogar mit Baby ^^)














die ganzen Schueler in der Strasse zum Colegio









auch Schueler des ersten Jahrgans wurden eingeladen ...




und die Kleinen duerfen natuerlich auch nicht fehlen :-)














Anschliessend gab es traditionelles paraguayanisches Essen mit einem kleinen kulturellen Wettbewerb unter den Schülern, die Tänze, Lieder und Gedichte vortrugen.



traditioneller paraguayanischer Tanz mit den Chipaverkaeuferinnen




noch ein traditioneller paraguayanischer Tanz: Das Fraeulein, das den Jaeger bezirzt :D
was man dich unter richtigem traditionellem Tanz mit Kleidung vorstellt :-)


was mir am besten gefallen hat:
und zum Schluss sogar noch traditioneller deutscher Tanz. Das erste Mal, dass ich sowas gesehen habe :-)


ich bitte alle Rechtschreibfehler und sonstige Fehler zu entschuldigen, die Tastatur, sowie der PC sind heute leider nicht mein Freund, fuer diesen Eintrag habe ich eine halbe Ewigkeit gebraucht ...