Montag, 4. Oktober 2010

Un techo para mi país - Ein Dach fuer mein Land

Am Wochenende vom 24.09. bis zum 26.09 habe ich bei der Organisation 'Un techo para mi país' - 'Ein Dach fuer mein Land' in der Hauptstadt Asunción mitgeholfen.
Leider hatte ich meine Kamera vergessen, weswegen ich im Moment noch keine Fotos reinstellen kann, aber vielleicht kann ich mir ja noch von anderen Leuten ein paar Bilder besorgen und wenn nicht, dann ergibt sich bestimmt nochmal die Gelegenheit, ein weiteres Mal mitzuhelfen und dann auch Fotos zu machen.
Diese Organisation existiert seit 25 Jahren und mittlerweile gibt es sie in fast allen Laendern Suedamerikas.
Mehrmals im Jahr treffen sich Jugendliche aus dem ganzen Land, um uebers Wochenende in die Slums zu gehen und dort Haeuser fuer arme Familien zu bauen.

Freitagabend, den 24.09. haben sich also ca. 600 Jugendliche in einer riesigen Turnhalle in Asunción getroffen.
Dort wurden wir in verschiedene Gruppen mit je 5 oder 6 Freiwilligen eingeteilt.
Jeweils ca. 50 Freiwillige sind dann mit dem Bus zu einer Schule in den Slums am Stadtrand von Asunción gefahren, um dort fuer dieses Wochenende zu wohnen.
Im Innenhof wurde noch gemeinsam zu Abend gegessen und jeder Gruppe wurde eine Familie mit der jeweiligen Familiengeschichte zugeteilt.
Um 2 Uhr nachts konnten wir dann endlich schlafen gehen - nur mit Schlafsaecken auf dem Steinboden verschiedener Klassenzimmer, was wirklich sehr kalt und sehr unbequem war :-)
Am naechsten Morgen wurde wieder gemeinsam um 6 Uhr gefruehstueckt und danach hat jeder ein T-Shirt der Organisation erhalten. Dies war sehr wichtig, da es einerseits gezeigt hat, dass wir zusammengehoeren, aber groesstenteils war es zu unserem Schutz da, da es nicht ungefaehrlich in den Slums ist. Durch diese T-Shirts hatten wir den Respekt der Menschen dort, da sie unsere Arbeit schaetzen und diese auch brauchen.
Anschliessend sind wir dann ohne jegliche elektrischen Geraete, sondern nur mit Schaufel, Spaten, Hammer, Saege, usw. zu den verschiedenen Familien losgezogen.

Was ich dann zu sehen bekommen habe, war unglaublich und ein richtiger Schock, denn sowas hatte ich bisher noch nie mit eigenen Augen gesehen.
Die Menschen dort leben auf einer einzigen Muellhalde in Haeusern, die sie aus dem zusammengebaut haben, was sie im Muell finden konnten. Es stinkt fast unertraeglich und ueberall sieht man Kinder im Muell spielen oder nach Dingen suchen, die sich noch verkaufen lassen, anstatt in die Schule zu gehen.
Dort haben wir zwei Tage lang von morgens bis abends hart gearbeitet, bis wir am Sonntagabend schliesslich ein kleines, auf  Bloecken erbautes Holzhaeusschen mit drei verschliessbaren Fenstern, einer Tuer und einem isolierten Dach errichten hatten.

Nach diesem Wochenende waren wir fix und fertig und jeder Muskel hat geschmerzt, aber die strahlenden Gesichter der Familien, als sie zum ersten Mal ihr Haus betreten durften, haben die ganzen Anstrengungen und Schmerzen wieder wett gemacht!

Es war eine unglaublich schoene Erfahrung, mit so vielen engagierten und hilfsbereiten Jugendlichen zusammen zu arbeiten, bei der man auch wirklich das Gefuehl hatte, einen kleinen Teil gegen die Armut getan und wenigstens ein paar Familien ein bisschen geholfen zu haben.
Auch wenn das Haeuschen, das wir gebaut haben, einem grossen Gartenhauesschen in Deutschland gleicht, so ist es fuer die Menschen dort ein Haus, das bei Regen nicht ueberschwemmt wird, in dem es warm ist, in dem sie sich einrichten und sicher fuehlen koennen.

1 Kommentar:

  1. Lena, ich bewundere dich. Hoffentlich schaffst du es für die lange zeit, die du dir vorgenommen hast. Ich wünsche dir viel Kraft, die brauchst du bestimmt.
    Und nun drücke ich dich und grüße dich herzlich!
    Silber

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